Gemeinsam lernen, Pflege stärken: Neue Wege der Qualifizierung für Pflegehilfskräfte
- Erschienen am„Sie arbeiten nah am Menschen, sie übernehmen viel Verantwortung, sie räumen weg, was sonst liegen bleiben würde.“ Die Rede ist von Pflegehilfskräften. „Die Qualifizierung der Hilfskräfte ist bisher kaum strukturiert, dabei sind sie für den Erhalt des Pflege- und Betreuungsalltags die Basis – ohne sie geht nichts“, stellt Dr. Steffi Badel vergangene Woche bei einem Transferworkshop Pflege- und Betreuungseinrichtungen aus Berlin, Brandenburg und Bayern heraus. Die Nachnutzung des ESF+-geförderten Modellprojekts 'Arbeitsbegleitende Professionalisierung im Bereich Pflege und Begleitung' von Senior Consulting Service Diakonie e. V. steht im Fokus der Veranstaltung im Kursana Domizil Potsdam, einer der Projektpartner.
Kursana-Leiterin Katja Ullmann betonte dabei die Bedeutung der Qualifizierung für ihr Team: „Ich stelle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Qualifizierung frei, weil es für mich eine wichtige Form der Wertschätzung ist.“
Auch aus Sicht der Teilnehmenden hat das Angebot einen großen Stellenwert. Corinna Höfs, Qualitätsbeauftragte bei Kursana und Teilnehmerin des Angebots, berichtete im Plenum: „Die Arbeit soll nicht krank, sondern stolz machen. Wenn wir als Helferinnen und Helfer zu einer Qualifizierung eingeladen werden, fühlen wir uns gehört und ernst genommen.“
In den vergangenen zwei Jahren erprobte das Projektteam einen sozial-innovativen Ansatz, um Pflegekräfte in ihrem beruflichen Handeln zu stärken, sie bewusster in den Pflegeprozess einzubinden und über den Erfolg kollegialen Lernens die Arbeitszufriedenheit zu erhöhen. In Kooperation mit verschiedenen Brandenburger Pflegeeinrichtungen führte Senior Consulting Workshops mit Pflegehilfskräften sowie Betreuungsassistentinnen und -assistenten durch.
Zentrales Element war dabei die Methode der 'beratenden Professionalisierung'. Konkrete Fälle aus dem Arbeitsalltag reflektierten und diskutierten die Teilnehmenden nach dem Prinzip 'Verstehen – Erklären – Handlungsoptionen entwickeln'. Lösungsansätze wurden auf der Peer-to-Peer-Ebene gemeinsam erarbeitet, das Vertrauen in das eigene Können gestärkt.
Durch die Schulung betrieblicher Beraterinnen und Berater soll die Methode auch über die zweijährige Projektlaufzeit hinaus in den Einrichtungen verankert werden.
Das Modellprojekt wird über die Richtlinie 'Soziale Innovationen für Brandenburg' aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und des Landes Brandenburg gefördert.
