Erfahrung schafft Zukunft: Perspektiven für Frauen Ü60
OKH – Omas Kalter Hund – Handmade in Brandenburg
Kuli Hood gUG
Frauen sind in Brandenburg häufiger armutsgefährdet als Männer – insbesondere im Rentenalter. Unterbrochene Erwerbsbiografien, etwa durch Sorgearbeit, sowie häufigere Teilzeitbeschäftigung erschweren eine Absicherung im Alter. Umso wichtiger sind neue Ansätze, die die wirtschaftliche Situation von älteren Frauen stärken und ihre soziale Teilhabe verbessern – und zugleich bislang ungenutzte Arbeits- und Fachkräftepotenziale erschließen.
Soziale Innovation – das schafft Wirkung
Im Fokus des Modellprojekts stehen berufserfahrene Frauen über 60 Jahren, die im Gastronomie-, Bäckerei- oder Konditorhandwerk tätig waren oder über fundiertes Wissen zu traditionellen Rezepten verfügen. Erprobt wird eine sozial innovative Lösung zur Bewältigung der sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Frauen. Das Projekt aktiviert und qualifiziert die Teilnehmerinnen, eröffnet ihnen selbstbestimmte Erwerbsmöglichkeiten und unterstützt ihre Integration in den Arbeitsmarkt.
Konkret wird das Wissen der Frauen über traditionelle Rezepte genutzt, um den 'Kalten Hund'-Kuchen zu einem marktfähigen Produkt zu entwickeln. Hierfür bietet das Modellprojekt ein lokales Netzwerk im ländlichen Raum. Das gemeinsame Zubereiten wird durch zielgruppenspezifische Schulungen zu Qualitäts- und Hygienestandards in der Gastronomie, Marketing und Vertrieb sowie Grundlagen der Betriebswirtschaft begleitet. In individuellen Coachings werden die Frauen beim Erreichen ihrer persönlichen und beruflichen Ziele unterstützt. Ein (Peer-)Mentoring-Programm fördert den Austausch von Erfahrungen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
Durch das Reaktivieren bereits vorhandener Kompetenzen gewinnen die Frauen Vertrauen in ihr Wissen und ihre beruflichen Fähigkeiten. Das Arbeiten im Projekt und die Vernetzung mit regionalen Unternehmen und Wohlfahrtsverbänden zeigen ihnen neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf und fördert gleichzeitig ihre soziale Integration.
- Gezielte Ansprache und Integration von Frauen Ü60
- Bestehende Ansätze der Beschäftigungsförderung werden an die spezifischen Bedürfnisse und Fähigkeiten älterer Frauen angepasst
- Schulungs-, Mentoring- und Coachingangebot werden kombiniert mit 'Kaffeeklatsch' als niedrigschwelliges, zielgruppenspezifisches Format
- Aktive Einbindung der Teilnehmerinnen in den gesamten Produktionsprozess des 'Kalten Hundes': von der Rezeptentwicklung über die Herstellung bis zur Verpackung, Produktpräsentation und den Verkauf
- Durch die Herstellung von handgemachten Produkten wird eine sinnstiftende Tätigkeit mit sozialer Teilhabe und Kompetenzaufbau verbunden
- Persönliche Weiterentwicklung motiviert Frauen, sich erneut dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen (z. B. durch Minijob oder Aktivrente) und eine selbstbestimmte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung anzutreten
Denkanstöße und Impulse zum Nachmachen
- Wissenstransfer: Digitale Leitfäden und Handreichungen zur Dokumentation von Best Practices; Workshops und Seminare zur Schulung von Multiplikatoren und Interessenten, die das Modell in anderen Regionen umsetzen möchten
- Netzwerkbildung: Kooperation mit starken Partnern wie DEHOGA, pro agro und den Brandenburger Zukunftsorten
- Storytelling & Öffentlichkeitsarbeit: Steigerung der Sichtbarkeit durch medienwirksame Kampagnen und Präsenz auf Fachmessen
- Soziale Manufaktur & Franchise: Gründung verstetigter Arbeitsstrukturen und Aufbau eines Social-Franchise-Modells zur Verbreitung des Konzepts auf weitere Regionen in Brandenburg
„Bereits mit der ersten Präsentation am Tag der Direktvermarktung am 16.10.2025 wurde deutlich, wie überzeugend das Modellprojekt OKH - Omas Kalter Hund Tradition und Innovation verbindet. Auf der Grünen Woche 2026 zeigte sich diese besondere Stärke erneut: Die engagierte Präsentation der Teilnehmerinnen stieß auf außergewöhnlich starke Resonanz, und das wachsende Interesse regionaler Partnerbetriebe von proagro unterstrich die klare Marktnähe des Modellprojekts. OKH macht sichtbar, welches Potential Frauen über 60 in die regionale Wertschöpfung einbringen, sozial innovativ, authentisch, traditionell und gleichzeitig wirtschaftlich relevant.“